neue Abfuhrstrecke

Die derzeitige Transportstrategie der DB stammt jedoch erst aus dem Jahr 1992, denn bis dahin waren die Wagen zunächst nach Siershahn und nach dem Kopfmachen der Triebfahrzeuge dann über die Brexbachtalbahn nach Neuwied gelangt, von wo aus sie dann den Weg Richtung Süden nahmen.

212 115 mit Tonzug am 23.05.1989 nahe Hundsdorf. Foto: Carl-Otto Ames

Anfang des Jahres 1993 wurden erste Planungen der damaligen BD Frankfurt bekannt, die eine Abfuhr zum Knotenpunkt Limburg, also nicht mehr teilweise über das Gebiet der BD Köln vorsah. Mit einem erstellten Gutachten, das dieser Version einen kostengünstigeren Transport bescheinigte, versuchte man der Nachbardirektion die gewinnbringenden Tonzüge abzutrotzen. Die berechnete Kostenreduktion ergab sich unter anderem aus der Benutzung der weniger Kunstbauwerke aufweisenden Strecke nach Limburg. Die Kursbuchstrecke 629 wurde zudem sowieso für den bestehenden Personenverkehr unterhalten, den die Strecke nach Engers schon 1989 verloren hatte. Zudem wurden Zugbildungsaufgaben von Siershahn zum deutlich kleineren Bahnhof Montabaur verlegt.

Entgegen allen Protesten von Politikern und Eisenbahnern, vor allem wegen dem zu erwartenden Personalabbau in Siershahn und Neuwied, konnte zum 01.08.1994 dieses Konzept durchgesetzt werden, womit gleichzeitig der Strecke Siershahn – Engers die Verkehrsgrundlage entzogen wurde.

 

Am 02.05.2003 rauscht 215 133 über das Niedererbacher Viadukt Richtung Limburg. Foto: Carl-Otto Ames

Zu selbigem Datum wurde der Verkehr auf dem Streckenstück ab Grenzau eingestellt, gut anderthalb Jahre später reduzierte sich der befahrene, südliche Abschnitt der ex-KBS 421 auf die Teilstrecke Siershahn – Anst Ludwig. Seit 2001 wird die "Brex" nach Einstellung der Bedienung der Anst Ludwig komplett nicht mehr befahren.

232 800 mit Testzug am 02.07.1998 nahe Goldhausen. Foto: Carl-Otto Ames

Für Probleme bezüglich der Zuggewichte auf der neuen Abfuhrstrecke sorgen vor allem die Steigungen auf dem Abschnitt Montabaur – Steinefrenz. Zunächst wurde an einen Einsatz der Baureihe 232 gedacht, was sich jedoch wegen mangelnder Verfügbarkeit von Loks dieses Typs zu dieser Zeit zerschlug. Nach diversen Experimenten mit verschiedenen Bespannungsversionen haben sich zwischenzeitlich Doppeltraktionen (225+225, 294+225 bzw. neuerdings 261+261) durchgesetzt.